Donnerstag, 1. Januar 2015

Koschenillefärbung auf Leinen

Da sich pflanzliche Fasern nicht auf die gleiche Weise färben lassen wie tierische Fasern, habe ich die notwendigen Vorbereitungen hier beschrieben.

Der Leinenstoff ist ein halb-gebleichter, mittelschwerer Leinenstoff.

Bezogen auf das Trockengewicht des zu färbenden Materials habe ich 10% Koschenille (Cochenille) für 24 Stunden in Wasser eingeweicht, anschließend 15 Minuten ausgekocht und schliesslich die Farbstofflösung über ein Baumwolltuch (Abseihtuch) abgeseiht. Wichtig ist den öligen Belag aus der Farbstofflösung zu bekommen, da es sonst zu unschönen dunklen Flecken auf dem gefärbten Stoff kommt. Dieser Belag ist nicht zu übersehen. Er schwimmt auf der Farbstofflösung obenauf und schimmert in vielen Farben. Zeitgleich habe ich den gebeizten Stoff eingeweicht.

mit Koschenille gefärbter Leinenstoff
Die vorbereitete Färbeflotte wurde auf ca. 50°C gebracht, die Farbstofflösung hinzugegeben und der feuchte Stoff eingelegt. Das Flottenverhältnis der Färbeflotte betrug 40L Wasser pro kg Stoff.
Gefärbt habe ich  für eine halbe Stunde bei rund 90°C und den Stoff unterdessen immer wieder gewendet. Anschliessend habe ich die Färbeflotte mit dem Stoff abkühlen lassen, den Stoff entnommen, gespült und trocknen lassen.
Die erzielte Farbe ist ein erikaviolett.

Nahaufnahme des gefärbten Stoffes
Der Stoff im Hintergrund ist die ungefärbte Variante. Die helleren Stellen auf dem Stoffstück kommen vermutlich dadurch, daß der Stoff dort am heissen Topfboden angelegen hat. Daher sollte die Flotte genügend Wasser enthalten um diese Problem zu reduzieren.


Viel Spass beim Nachfärben...
Stefan

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