Sonntag, 18. Januar 2015

Rückfettung gebeizter und gefärbter Wolle

Durch verschiedene Beizen und der darauf folgenden Färbung kann die Wollfaser, je nach Beschaffenheit und Belastung durch die Beize, schon mal kratzig werden. Das liegt daran, daß der natürliche Anteil an Lanolin der Faser entzogen wurde.
Um die Faser wieder anschmiegsamer zu machen kann diese rückgefettet werden.
Die unten angegebenen Mengen sind für 500g Wolle gedacht und können entsprechend prozentual angepasst werden.

Die Wolle muss vorher in Wasser eingelegt werden, bis diese vollkommen durchnässt ist. Danach wird die Wolle entnommen und ausgedrückt, damit diese nur noch feucht ist.

15l Wasser auf 50-60°C bringen. 5g Lanolin (wasserfrei!) in das warme Wasser geben und in gleicher Volumenmenge wie das Lanolin Spülmittel hinzugeben und solange umrühren bis auf der Wasseroberfläche keine Fettaugen mehr zu sehen sind. Sollte in dieser Zeit die Temperatur schon deutlich abgefallen sein, muss diese vor dem Einlegen der Wolle wieder angehoben werden.
Bei Spülmittelkonzentraten sollte max. die halbe Volumenmenge des Konzentrates genommen werden.

Nun die feuchte Wolle einlegen, gut durchkneten und in dem Bad zur Rückfettung auskühlen lassen. Nachdem das Bad abgekühlt ist wird die Wolle entnommen, gut gespült und ausgedrückt. Anschließend lässt man die Wolle trocknen.

Wenn die Wolle noch immer kratzig ist und sich noch nicht fettig anfühlt, kann die Rückfettung wiederholt werden. Deshalb lieber etwas weniger Lanolin nehmen, als nachher die Wolle vom überschüssigen Lanolin zu befreien


frohes fetten
Stefan

Samstag, 10. Januar 2015

Das Projekt Pflanzenfarben 2015...

... wurde vorletztes Jahr unter dem Namen "Pflanzenfarben 2013" ins Leben gerufen und geht dieses Jahr in die dritte Runde.

Das Projekt richtet sich an alle Leute die gerne mit pflanzlichen Farbstoffen färben, egal ob man gerade erst angefangen hat oder sich schon ein halbes Leben lang damit beschäftigt.
Für das diesjährige Projekt sind noch Plätze frei!

Wer mehr darüber wissen möchte kann sich in dem Projekt-Blog schlau machen. Den Blog findet ihr hier (klick).


Grüße
Stefan

Samstag, 3. Januar 2015

Brasiletteholzfärbung auf Leinen

Vor ein paar Wochen habe ich von einem Hersteller ein Farbstoffextrakt, welcher aus dem Brasiletteholz gewonnen wurde, als Muster erhalten. Da ich aber bisher nicht dazu gekommen war damit zu färben, war diese Färbewoche genau der richtige Zeitpunkt dem nachzukommen.
Gefärbt wurden 3 Leinenstoffe, ein ungebeizter Stoff als Referenz und 2 gebeizte Stoffe. Wie diese Stoffe gebeizt wurden habe ich hier beschrieben.

v.l.n.r.: ungebeizt, gebeizt,
mit Zugabe von Essigsäure
Zur Färbung wurden 4L Wasser pro kg Stoff auf 50°C erwärmt und 2% (vom Trockengewicht des Stoffes) Farbstoffextrakt zugegeben. Es dauert ein paar Minuten bis der Farbstoff komplett aufgelöst ist. Gefärbt wird bei ca. 90°C für 15 Min., anschliessend die Färbeflotte abkühlen lassen, den Stoff entnehmen und gut spülen.
Färbungen in Nahaufnahme
Die Ergebnisse sind ein erikaviolett (ungebeizter Stoff), ein bordeauxviolett und ein rotviolett. Bei der letzten Färbung (dem rotvioletten Ergebnis), wurde der Färbeflotte vor dem Färben ein Teelöffel Essigsäure 25%-tig pro Liter Färbeflotte zugegeben. Der Farbumschlag war sofort ersichtlich.

Viel Spaß...
Stefan

Freitag, 2. Januar 2015

Walnussschalenfärbung auf Leinen

Da die Walnussschalen viel Gerbsäure enthalten, haben wir die Möglichkeit auch ungebeizte Fasern zu färben. Daher habe ich direkt zwei Leinenstoffe zeitgleich gefärbt um den Unterschied sichtbar zu machen. Der linke Stoff ist ein gewaschener und ungebeizter Stoff, der rechte ein nach diesem Rezept gebeizter Stoff.

Walnussschalenfärbung auf Leinen
Die Walnussschalen (100% vom Trockengewicht des Färbeguts) wurden für zwei Stunden eingeweicht und anschliessend für 1 Stunde ausgekocht. Der Farbstoffsud wurde abgeseiht und der Färbeflotte beigegeben. Gefärbt wurde eine halbe Stunde bei 90°C und nachdem die Färbeflotte abgekühlt war wurde der Stoff entnommen, gespült und getrocknet. Das Färbeergebnis bei dem ungebeizten Stoff (links) ist ein helles graubeige und bei dem gebeizten Stoff (rechts) ein braunbeige. Der darunter liegende Stoff ist das ungefärbte Leinen.


viel Spaß beim Färben...
Stefan

Krappwurzelfärbung auf Leinen

Das Ergebnis war nicht anders zu erwarten...

Wer schon einmal versucht hat einfach so mit Krappwurzel auf Baumwolle oder Leinen zu färben kennt dieses Ergebnis. Nicht umsonst hat man das Geheimnis des türkischrot Färbens über Jahrhunderte gut gehütet. Nichts desto trotz habe ich diese Färbung hier mit eingestellt, weil sie immer wieder gerne bei Färbungen auf pflanzliche Fasern mit diskutiert wird.
Gebeizt wurde der Leinenstoff nach dem Rezept welches ich hier beschrieben habe. Der Leinenstoff ist, wie auch schon bei den anderen Färbungen, ein halb gebleichter, mittelschwerer Stoff.

altrosanes Ergebnis bei einer Krappwurzelfärbung
auf Leinen
Dazu habe ich 100% Krappwurzel (bezogen auf das Trockengewicht des zu färbenden Materials) über Nacht in Wasser einweichen lassen und dann die Farbstofflösung abgeseiht.
Die Färbeflotte wurde auf ca. 50°C gebracht, die Farbstofflösung hinzugegeben und der vorher angefeuchtete Stoff eingelegt. Das Flottenverhältnis der Färbeflotte betrug 40L Wasser pro kg Stoff.
Gefärbt habe ich  für eine halbe Stunde bei rund 70°C. Wichtig ist, daß der Stoff regelmäßig bewegt wird und nicht oben auf oder am Boden schwimmt. Das gibt bei Krappwurzelfärbungen gerne Flecken. Nach der Färbezeit habe ich die Färbeflotte mit dem Stoff abkühlen lassen, den Stoff entnommen, gespült und trocknen lassen. Über ein altrosa kommt das Ergebnis nicht hinaus. Der beige, ungefärbte Stoff im Hintergrund dient wieder als Referenz.


Nahaufnahme des altrosanen Ergebnisses

auch hier viel Spaß beim Nachfärben...
Stefan

Donnerstag, 1. Januar 2015

Koschenillefärbung auf Leinen

Da sich pflanzliche Fasern nicht auf die gleiche Weise färben lassen wie tierische Fasern, habe ich die notwendigen Vorbereitungen hier beschrieben.

Der Leinenstoff ist ein halb-gebleichter, mittelschwerer Leinenstoff.

Bezogen auf das Trockengewicht des zu färbenden Materials habe ich 10% Koschenille (Cochenille) für 24 Stunden in Wasser eingeweicht, anschließend 15 Minuten ausgekocht und schliesslich die Farbstofflösung über ein Baumwolltuch (Abseihtuch) abgeseiht. Wichtig ist den öligen Belag aus der Farbstofflösung zu bekommen, da es sonst zu unschönen dunklen Flecken auf dem gefärbten Stoff kommt. Dieser Belag ist nicht zu übersehen. Er schwimmt auf der Farbstofflösung obenauf und schimmert in vielen Farben. Zeitgleich habe ich den gebeizten Stoff eingeweicht.

mit Koschenille gefärbter Leinenstoff
Die vorbereitete Färbeflotte wurde auf ca. 50°C gebracht, die Farbstofflösung hinzugegeben und der feuchte Stoff eingelegt. Das Flottenverhältnis der Färbeflotte betrug 40L Wasser pro kg Stoff.
Gefärbt habe ich  für eine halbe Stunde bei rund 90°C und den Stoff unterdessen immer wieder gewendet. Anschliessend habe ich die Färbeflotte mit dem Stoff abkühlen lassen, den Stoff entnommen, gespült und trocknen lassen.
Die erzielte Farbe ist ein erikaviolett.

Nahaufnahme des gefärbten Stoffes
Der Stoff im Hintergrund ist die ungefärbte Variante. Die helleren Stellen auf dem Stoffstück kommen vermutlich dadurch, daß der Stoff dort am heissen Topfboden angelegen hat. Daher sollte die Flotte genügend Wasser enthalten um diese Problem zu reduzieren.


Viel Spass beim Nachfärben...
Stefan