Montag, 9. Februar 2015

ausgeblasene Ostereier färben und bemalen - Herstellung einer Eiermalfarbe

benötigtes Material:
Topf (2L)
Esslöffel
2 Schälchen / Töpfchen
Sieb
Abseihtuch oder Haushaltspapier
100g getrocknetes Pflanzenmaterial oder 1g Farbstoffextrakt
25g Kaliumaluminiumsulfat (Alaun)
5g Natriumcarbonat (Soda)
mind. 1 Teelöffel Gummi Arabicum
hölzerner Schaschlikspiess
Korken

Wenn man getrocknetes Pflanzenmaterial zum Färben nimmt, sollte man zuerst die Pflanzenteile im Topf in 1,5 L Wasser einweichen (bei Hölzern mehrere Stunden) und für 30 - 45 Minuten auskochen. Anschliessend den Farbsud absieben. Die so erhaltene Farbstofflösung sollte soweit eingedampft werden, bis noch ca. 100ml Flüssigkeit übrig geblieben sind (nicht anbrennen lassen!).
Nimmt man Farbstoffextrakt, wird dieser einfach in 100ml warmes Wasser eingerührt.

Das Soda in einem Schälchen mit 100ml Wasser geben und umrühren, bis sich das Soda vollständig aufgelöst hat.

Das Alaun in einem Schälchen mit 50 ml heissem Wasser geben und umrühren, bis sich das Alaun vollständig aufgelöst hat.

Die Alaunlösung zur Farbstofflösung hinzugeben, gut einrühren und bis leicht köchelnd erhitzen. Zwischenzeitlich rühren.
Den Topf vom Herd nehmen und ganz langsam und vorsichtig unter Rühren die Sodalösung hinzugeben. Das Alaun und das Soda reagieren miteinander was dazu führt, dass die Lösung anfängt aufzuschäumen! Deshalb sollte die Topfgrösse ca. 2L betragen.
Wenn die ganze Sodalösung hinzu gegeben wurde, so lange rühren bis der Schaum unter gerührt ist.
Diese trübe Flüssigkeit wird nun über ein Abseihtuch (Haushaltspapier) im Sieb abgefiltert.
Die gefilterte klare Flüssigkeit wird nicht mehr gebraucht und kann verworfen werden.
Die im Abseihtuch zurück gebliebene Masse wird mit dem Löffel entnommen und in ein Schälchen getan (es sollte von der Menge her ca. 20-30ml geworden sein, also ein gutes Schnapsglas voll), 1 Teelöffel Gummi Arabicum hinzugegeben und gut vermengt. Wenn die Masse anfängt zu klumpen, einfach eine halbe Stunde stehen lassen und dann nochmals rühren (ggf. wiederholen). Ist die Masse nach wie vor flüssig wie Wasser, muss mehr Gummi Arabicum zugegeben werden (messerspitzenweise). ist die Masse zu zäh, muss wieder Wasser hinzugegeben werden (tropfenweise).

Die so erhaltene Farbe kann nun mit einem Pinsel auf den gefärbten und konservierten Eiern aufgetragen werden. Anschliessend das Ei zum Trocknen aufhängen.

Farbstoffe wie z.B. Indigo oder Drachenpalmharz können bei Bedarf feiner gemahlen werden und direkt mit Wasser und Gummi Arabicum vermengt werden, ohne daß der Farbstoff noch ausgefällt werden müsste. Ebenso eigenen sich auch fein gemahlene Eierschalen oder Kreide um ein weiß - beige zu bekommen.
Um die Farbe auf das Ei besser auftragen zu können, schneidet man vom Korken 2 Scheiben ab, steckt zuerst die eine Scheibe auf den Schaschlikspiess, schiebt das Ei darüber und dann die 2. Scheibe um das Ei vorsichtig fest zu klemmen.
Natürlich lassen sich mit der Malfarbe nicht nur Punkte auf den Eiern malen, wie unten auf dem Bild, sondern auch größere Flächen bemalen.

ausgeblasene Ostereier färben und bemalen - Konservierung der Eier

benötigte Materialien
Faden
Zahnstocher
Gummi Arabicum
Schüssel
Esslöffel

Um die gefärbten Eiern mit einer Schutzschicht gegen Abrieb zu versehen, werden diese mit Gummiwasser überzogen.
Dazu nimmt man einen Volumenteil Gummi Arabicum und rührt diesen in 2 - 3 Volumenteilen heißem Wasser in einer Schüssel ein. Ggf. muss diese Mischung eine längere Zeit stehen bleiben, damit sich das Gummi vollständig auflöst.

Um die Ostereier aufhängen zu können nimmt man sich einen halbierten Zahnstocher, knotet einen Faden so daran an, daß man eine Schlaufe erhält, hält diese fest und steckt den Zahnstocher in das Ei hinein.
Zum Überziehen mit Gummiwasser hält man das Ei an der Schlaufe über der Schüssel und schaufelt mit dem Löffel das Gummiwasser über das Ei, bis es ganz überzogen ist.
Gut abtropfen lassen und zum Trocknen aufhängen. Diesen Vorgang 2 - 3 mal wiederholen.

ausgeblasene Ostereier färben und bemalen - Färbung der Eier

benötigte Materialien:
Spritze (20ml) mit großer Kanüle
Kochtopf (1,2L - 1,5L)
2 Esslöffel
Schüssel
Sieb
Essigessenz
20g Kaliumaluminiumsulfat (Alaun)
50g getrocknetes Pflanzenmaterial oder 2g Farbstoffextrakt


Wenn man getrocknetes Pflanzenmaterial zum Färben nimmt, sollte man zuerst die Pflanzenteile im Topf in 1,5 L Wasser einweichen (bei Hölzern mehrere Stunden) und für 30 - 45 Minuten auskochen. Anschliessend den Farbsud absieben und die Flüssigkeit abkühlen lassen.

1L - 1,5L kaltes Wasser in den Topf geben und 2 Esslöffel Essigessenz 25%-tig pro 0,5L Wasser dazugeben.
Die gereinigten Eier nach und nach mit Hilfe der Löffel in der Essiglösung eintauchen, daß diese sich füllen und untergetaucht bleiben. Sollten die Eier sich nicht vollständig füllen, mit der Spritze nachhelfen.
Die Eier für 5 - 10 Minuten in der Essiglösung liegen lassen, anschließend entnehmen, vollständig entleeren, kurz unter fliessend Wasser spülen, die Eier ablegen.

1L - 1,5L kaltes Wasser in den Kochtopf geben und das Alaun darin auflösen.
Wenn das Alaun vollständig aufgelöst ist, die Eier eintauchen, damit diese sich füllen, bis sie untergetaucht bleiben, notfalls mit der Spritze nachhelfen.
Die Alaunlösung mit den Eiern kurz aufkochen und 1/2 Stunde abkühlen lassen. Darauf achten, daß die Eier wieder mit Hilfe der Spritze mit Wasser gefüllt werden, wenn diese an die Oberfläche kommen. Das kann passieren, solange die Alaunlösung noch heiß ist.

Den erkalteten, aus den Pflanzenteilen zubereiteten Farbsud in den Topf füllen und ggf. auf die nötige Flüssigkeitsmenge von 1,2L - 1,5L mit Wasser auffüllen.
Wenn Farbstoffextrakte genommen werden, den Farbstoffextrakt in 1,2L - 1,5L kaltem Wasser im Topf auflösen.

Die Eier in die vorbereitete Farbstofflösung eintauchen, damit diese sich füllen und untergetaucht bleiben
Die Farbstofflösung mit den Eiern kurz aufkochen und ein paar Minuten bis zur gewünschten Farbintensität ziehen lassen.
Darauf achten, daß die Eier wieder mit Hilfe der Spritze mit Wasser gefüllt werden, wenn diese an die Oberfläche kommen. Das kann passieren, solange die Farbstofflösung noch heiß ist.
Anschliessend die Eier entnehmen, leer laufen lassen und auf einer nicht saugenden Unterlage vollständig trocknen lassen.

ausgeblasene Ostereier färben und bemalen - Vorbereitung der Eier

benötigtes Material:
Spritze (20ml) mit großer Kanüle
mind. eine Schüssel
Eierpicker
bohrerähnliches Etwas ca. 3mm (z.B. Kreuzschraubendreher Gr.0)
Eier (am besten weisse)
alter Topf (1,2L bis 1,5L haben sich bewährt)
2 Esslöffel


Zuerst sollte man die Eier von gröberen Verschmutzungen mit einem Schwamm befreien. Der Aufdruck auf den Eiern wird im Laufe der Verarbeitung weitestgehend von alleine verschwinden und später von der Farbe überdeckt.
Die Eier werden oben und unten mit dem Eierpicker angestochen. Diese Löcher werden mit dem Bohrer vorsichtig vergrößert.
Um das Entleeren der Eier zu vereinfachen sticht man mit der Kanüle das Eigelb kaputt; dazu einfach ein paar mal durch beide Löcher in das Ei stechen und dabei etwas rühren. Nun zieht man die Spritze auf, so daß diese sich mit Luft füllt, hält das Ei aufrecht über eine Schüssel und steckt die Kanüle von unten durch das Loch. Das obere Loch mit einem Finger zuhalten und die Spritze zusammen drücken. Durch den Druck, der sich nun im Ein aufbaut, wird das Eiweiß und das Eigelb herausgedrückt. 2 bis 3 mal ausdrücken sollte reichen um das Ei komplett entleert zu bekommen.

Um die Eier von innen zu reinigen werden die entleerten Eier nun mit Hilfe der Spritze zur Hälfte mit klarem Wasser gefüllt, beide Löcher mit Daumen und Zeigefinger zugehalten und kräftig geschüttelt. Anschließend das Wasser rauslaufen lassen, besser noch rausblasen. Diesen Vorgang ein paar mal wiederholen.
Damit die Eier bei der späteren Verarbeitung unter Wasser bleiben, sollte die Haut im Bereich der Löcher entfernt werden. So kann die in den Eiern befindliche Luft entweichen. Dazu mit der Kanüle die Haut etwas anheben, mit den Fingernagel klemmen und abziehen. Alternativ kann man dazu auch eine feine, spitze Pinzette nutzen.

Sind die Löcher von der Haut befreit, müssen die Eier noch von letzten Verunreinigungen befreit werden. Dazu werden die Eier in den mit Wasser gefüllten Topf getaucht, und solange unter Wasser gehalten, bis die Eier sich gefüllt haben und nicht mehr an die Oberfläche steigen. Das Wasser kurz zum Kochen bringen und anschließend die Eier im Wasserbad soweit abkühlen lassen, dass es nicht mehr sprudelt. Dabei darauf achten, daß die Eier auch unter Wasser bleiben. Sollten die Eier an die Oberfläche kommen und nicht mehr von alleine untertauchen, befüllt man die Eier mit Hilfe der Spritze (und Kanüle) mit klarem Wasser. Ab dem Zeitpunkt der letzten Reinigung empfiehlt es sich die Eier nicht mehr mit Fett in Verbindung zu bringen. Deshalb die Eier mit den zwei Löffeln rausheben, leer laufen lassen und erstmal ablegen.


ausgeblasene Ostereier färben und bemalen - Vorwort

Wie jedes Jahr steht auch diesmal wieder Ostern vor der Tür. Mir macht es allerdings auch Spaß neue Eier für den Osterstrauch zu färben oder zu bemalen. Da ich mit den Ergebnissen der letzten Jahre nicht zufrieden war, habe ich mich schon letztes Jahr daran gegeben neue Rezepte zu entwickeln.
Diese möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten und habe sie hier zusammen gefasst.


Ich gehe bei den Vorbereitungen und Färbungen immer von 4 Eiern aus. Warum? Da 4 Eier im Zeitablauf noch gut zu händeln sind und da bei 3 Farben 12 Eier benötigt werden und bei 5 Farben 20 Eier.
Abweichungen von diesen Anleitungen führten nach meinen Erfahrung zu schlechteren Ergebnissen und ich bilde mir auch ein, die besten Ergebnisse mit Eiern aus der Freilandhaltung zu machen. Ebenso habe ich darauf geachtet, dass ich Eier von jungen Hühnern (die kleineren) genommen habe, da die eine dickere Schale haben.

Wie immer bei der Pflanzenfärberei sollte man auch hier mit großer Sorgfalt und Geduld vorgehen. Das Ergebnis macht den etwas größeren Aufwand wieder wett.
Auch sollte man bis zum fertig gefärbten Ei keine größeren Pausen einlegen.
Töpfe, Siebe, Löffel, Schüsseln.... sollten wie immer ausrangierte Sachen sein und nachher nicht mehr zur Zubereitung von Lebensmitteln genutzt werden.
Auf vernünftige Belüftung und alte Bekleidung / Schutzbrille ist zu achten.

Eindeutiger Nachteil: Die Menge der verzehrten Omelette steigt kurzfristig rapide an.



Diese Anleitung ist in mehrere Schritte unterteilt:

- Vorwort
- Vorbereitung der Eier
- Färbung der Eier
- Konservierung der Eier
- Herstellung einer Eiermalfarbe


Viel Spaß dabei...
Stefan

Sonntag, 18. Januar 2015

Rückfettung gebeizter und gefärbter Wolle

Durch verschiedene Beizen und der darauf folgenden Färbung kann die Wollfaser, je nach Beschaffenheit und Belastung durch die Beize, schon mal kratzig werden. Das liegt daran, daß der natürliche Anteil an Lanolin der Faser entzogen wurde.
Um die Faser wieder anschmiegsamer zu machen kann diese rückgefettet werden.
Die unten angegebenen Mengen sind für 500g Wolle gedacht und können entsprechend prozentual angepasst werden.

Die Wolle muss vorher in Wasser eingelegt werden, bis diese vollkommen durchnässt ist. Danach wird die Wolle entnommen und ausgedrückt, damit diese nur noch feucht ist.

15l Wasser auf 50-60°C bringen. 5g Lanolin (wasserfrei!) in das warme Wasser geben und in gleicher Volumenmenge wie das Lanolin Spülmittel hinzugeben und solange umrühren bis auf der Wasseroberfläche keine Fettaugen mehr zu sehen sind. Sollte in dieser Zeit die Temperatur schon deutlich abgefallen sein, muss diese vor dem Einlegen der Wolle wieder angehoben werden.
Bei Spülmittelkonzentraten sollte max. die halbe Volumenmenge des Konzentrates genommen werden.

Nun die feuchte Wolle einlegen, gut durchkneten und in dem Bad zur Rückfettung auskühlen lassen. Nachdem das Bad abgekühlt ist wird die Wolle entnommen, gut gespült und ausgedrückt. Anschließend lässt man die Wolle trocknen.

Wenn die Wolle noch immer kratzig ist und sich noch nicht fettig anfühlt, kann die Rückfettung wiederholt werden. Deshalb lieber etwas weniger Lanolin nehmen, als nachher die Wolle vom überschüssigen Lanolin zu befreien


frohes fetten
Stefan

Samstag, 10. Januar 2015

Das Projekt Pflanzenfarben 2015...

... wurde vorletztes Jahr unter dem Namen "Pflanzenfarben 2013" ins Leben gerufen und geht dieses Jahr in die dritte Runde.

Das Projekt richtet sich an alle Leute die gerne mit pflanzlichen Farbstoffen färben, egal ob man gerade erst angefangen hat oder sich schon ein halbes Leben lang damit beschäftigt.
Für das diesjährige Projekt sind noch Plätze frei!

Wer mehr darüber wissen möchte kann sich in dem Projekt-Blog schlau machen. Den Blog findet ihr hier (klick).


Grüße
Stefan

Samstag, 3. Januar 2015

Brasiletteholzfärbung auf Leinen

Vor ein paar Wochen habe ich von einem Hersteller ein Farbstoffextrakt, welcher aus dem Brasiletteholz gewonnen wurde, als Muster erhalten. Da ich aber bisher nicht dazu gekommen war damit zu färben, war diese Färbewoche genau der richtige Zeitpunkt dem nachzukommen.
Gefärbt wurden 3 Leinenstoffe, ein ungebeizter Stoff als Referenz und 2 gebeizte Stoffe. Wie diese Stoffe gebeizt wurden habe ich hier beschrieben.

v.l.n.r.: ungebeizt, gebeizt,
mit Zugabe von Essigsäure
Zur Färbung wurden 4L Wasser pro kg Stoff auf 50°C erwärmt und 2% (vom Trockengewicht des Stoffes) Farbstoffextrakt zugegeben. Es dauert ein paar Minuten bis der Farbstoff komplett aufgelöst ist. Gefärbt wird bei ca. 90°C für 15 Min., anschliessend die Färbeflotte abkühlen lassen, den Stoff entnehmen und gut spülen.
Färbungen in Nahaufnahme
Die Ergebnisse sind ein erikaviolett (ungebeizter Stoff), ein bordeauxviolett und ein rotviolett. Bei der letzten Färbung (dem rotvioletten Ergebnis), wurde der Färbeflotte vor dem Färben ein Teelöffel Essigsäure 25%-tig pro Liter Färbeflotte zugegeben. Der Farbumschlag war sofort ersichtlich.

Viel Spaß...
Stefan

Freitag, 2. Januar 2015

Walnussschalenfärbung auf Leinen

Da die Walnussschalen viel Gerbsäure enthalten, haben wir die Möglichkeit auch ungebeizte Fasern zu färben. Daher habe ich direkt zwei Leinenstoffe zeitgleich gefärbt um den Unterschied sichtbar zu machen. Der linke Stoff ist ein gewaschener und ungebeizter Stoff, der rechte ein nach diesem Rezept gebeizter Stoff.

Walnussschalenfärbung auf Leinen
Die Walnussschalen (100% vom Trockengewicht des Färbeguts) wurden für zwei Stunden eingeweicht und anschliessend für 1 Stunde ausgekocht. Der Farbstoffsud wurde abgeseiht und der Färbeflotte beigegeben. Gefärbt wurde eine halbe Stunde bei 90°C und nachdem die Färbeflotte abgekühlt war wurde der Stoff entnommen, gespült und getrocknet. Das Färbeergebnis bei dem ungebeizten Stoff (links) ist ein helles graubeige und bei dem gebeizten Stoff (rechts) ein braunbeige. Der darunter liegende Stoff ist das ungefärbte Leinen.


viel Spaß beim Färben...
Stefan

Krappwurzelfärbung auf Leinen

Das Ergebnis war nicht anders zu erwarten...

Wer schon einmal versucht hat einfach so mit Krappwurzel auf Baumwolle oder Leinen zu färben kennt dieses Ergebnis. Nicht umsonst hat man das Geheimnis des türkischrot Färbens über Jahrhunderte gut gehütet. Nichts desto trotz habe ich diese Färbung hier mit eingestellt, weil sie immer wieder gerne bei Färbungen auf pflanzliche Fasern mit diskutiert wird.
Gebeizt wurde der Leinenstoff nach dem Rezept welches ich hier beschrieben habe. Der Leinenstoff ist, wie auch schon bei den anderen Färbungen, ein halb gebleichter, mittelschwerer Stoff.

altrosanes Ergebnis bei einer Krappwurzelfärbung
auf Leinen
Dazu habe ich 100% Krappwurzel (bezogen auf das Trockengewicht des zu färbenden Materials) über Nacht in Wasser einweichen lassen und dann die Farbstofflösung abgeseiht.
Die Färbeflotte wurde auf ca. 50°C gebracht, die Farbstofflösung hinzugegeben und der vorher angefeuchtete Stoff eingelegt. Das Flottenverhältnis der Färbeflotte betrug 40L Wasser pro kg Stoff.
Gefärbt habe ich  für eine halbe Stunde bei rund 70°C. Wichtig ist, daß der Stoff regelmäßig bewegt wird und nicht oben auf oder am Boden schwimmt. Das gibt bei Krappwurzelfärbungen gerne Flecken. Nach der Färbezeit habe ich die Färbeflotte mit dem Stoff abkühlen lassen, den Stoff entnommen, gespült und trocknen lassen. Über ein altrosa kommt das Ergebnis nicht hinaus. Der beige, ungefärbte Stoff im Hintergrund dient wieder als Referenz.


Nahaufnahme des altrosanen Ergebnisses

auch hier viel Spaß beim Nachfärben...
Stefan

Donnerstag, 1. Januar 2015

Koschenillefärbung auf Leinen

Da sich pflanzliche Fasern nicht auf die gleiche Weise färben lassen wie tierische Fasern, habe ich die notwendigen Vorbereitungen hier beschrieben.

Der Leinenstoff ist ein halb-gebleichter, mittelschwerer Leinenstoff.

Bezogen auf das Trockengewicht des zu färbenden Materials habe ich 10% Koschenille (Cochenille) für 24 Stunden in Wasser eingeweicht, anschließend 15 Minuten ausgekocht und schliesslich die Farbstofflösung über ein Baumwolltuch (Abseihtuch) abgeseiht. Wichtig ist den öligen Belag aus der Farbstofflösung zu bekommen, da es sonst zu unschönen dunklen Flecken auf dem gefärbten Stoff kommt. Dieser Belag ist nicht zu übersehen. Er schwimmt auf der Farbstofflösung obenauf und schimmert in vielen Farben. Zeitgleich habe ich den gebeizten Stoff eingeweicht.

mit Koschenille gefärbter Leinenstoff
Die vorbereitete Färbeflotte wurde auf ca. 50°C gebracht, die Farbstofflösung hinzugegeben und der feuchte Stoff eingelegt. Das Flottenverhältnis der Färbeflotte betrug 40L Wasser pro kg Stoff.
Gefärbt habe ich  für eine halbe Stunde bei rund 90°C und den Stoff unterdessen immer wieder gewendet. Anschliessend habe ich die Färbeflotte mit dem Stoff abkühlen lassen, den Stoff entnommen, gespült und trocknen lassen.
Die erzielte Farbe ist ein erikaviolett.

Nahaufnahme des gefärbten Stoffes
Der Stoff im Hintergrund ist die ungefärbte Variante. Die helleren Stellen auf dem Stoffstück kommen vermutlich dadurch, daß der Stoff dort am heissen Topfboden angelegen hat. Daher sollte die Flotte genügend Wasser enthalten um diese Problem zu reduzieren.


Viel Spass beim Nachfärben...
Stefan