Mittwoch, 31. Dezember 2014

Resedafärbung auf Leinen

Auch pflanzliche Fasern können mit pflanzlichen Farbstoffen gefärbt werden. Es bedarf dazu jedoch einer anderen Vorbereitung, als wie man es von tierischen Fasern kennt. Die notwendigen Vorbereitungen habe ich hier beschrieben.

Bei dieser Färbung habe ich zur Veranschaulichung auch ungebeizten Leinenstoff gefärbt und bereits gefärbten Leinenstoff mit einer Nachbeize versehen. Als Leinenstoff kam ein halb-gebleichter, mittelschwerer Leinenstoff zum Einsatz. Bezogen auf das Trockengewicht des zu färbenden Materials habe ich 100% Reseda (Färberwau) für eine Stunde in Wasser eingeweicht, anschließend 1 Stunde ausgekocht und schliesslich die Farbstofflösung abgeseiht. Zeitgleich habe ich den gebeizten Stoff eingeweicht.

mit Reseda gefärbter Leinenstoff
Die vorbereitete Färbeflotte wurde auf ca. 50°C gebracht, die Farbstofflösung hinzugegeben und der feuchte Stoff eingelegt. Das Flottenverhältnis der Färbeflotte betrug 40L Wasser pro kg Stoff. Gefärbt wurde für eine halbe Stunde bei rund 90°C und der Stoff unterdessen immer wieder gewendet. Anschliessend habe ich die Färbeflotte mit dem Stoff abkühlen lassen, den Stoff entnommen, gespült und trocknen lassen. Die erzielte Farbe lässt sich am besten mit zitronengelb beschreiben.

1.) unbehandelt 2.) ungebeizt und gefärbt
3.) gebeizt und gefärbt
4.) gebeizt, gefärbt und nachgebeizt
5.) gebeizt, gefärbt und 2-fach nachgebeizt
6.) gebeizt, gefärbt und nachgebeizt
7.) gebeizt, gefärbt und 2-fach nachgebeizt
Außerdem habe ich weitere Stoffstücke nochmals nachträglich gebeizt.
Auf dem Bild ist zur Veranschaulichung auch ungebeizter und ungefärbter Stoff zu sehen:


Färbeprobe Nr. 4:
Der Stoff wurde nach der Färbung in der Färbeflotte durch Zugabe von 10% Kaliumaluminiumsulfat für 15 Min. bei 95°C nachgebeizt.

Färbeprobe Nr. 5:
Der Stoff wurde nach der Färbung in der Färbeflotte durch Zugabe von 10% Kaliumaluminiumsulfat für 15 Min. bei 95°C nachgebeizt. Anschliessend wurden nochmals 5% Natriumcarbonat zugegeben und nochmals für 15 Min. nachgebeizt.

Färbeprobe Nr. 6:
Der Stoff wurde nach der Färbung aus der Färbeflotte genommen und in einer extra vorbereiteten Beizflotte mit 10% Kaliumaluminiumsulfat für 15 Min. bei 95°C nachgebeizt.

Färbeprobe Nr. 7:
Der Stoff wurde nach der Färbung aus der Färbeflotte genommen und in einer extra vorbereiteten Beizflotte mit 10% Kaliumaluminiumsulfat für 15 Min. bei 95°C nachgebeizt. Anschliessend wurde noch eine weitere Beizflotte mit 5% Natriumcarbonat vorbereitet und der schon nachgebeizte Stoff nochmals gebeizt.


Fazit:
Eine Nachbeize ist nicht sinnvoll.
Färbeprobe 3, 4 und 5 zeigen farblich keinen großen Unterschied, ausser daß die Farben der Proben 4 und 5 wesentlich stumpfer sind.
Bei den Färbeproben 6 und 7 wirkt der erzielte Farbton ausgeblichen.

Die Färbeprobe 3 weist das beste Ergebnis auf und wurde wie hier beschrieben gebeizt und wie oben beschrieben gefärbt.


viel Spaß beim Nachfärben
Stefan

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