Sonntag, 9. November 2014

Grünfärbung mit Klatschmohnblüten auf Zinnbeize

Klatschmohnblüten / Bildquelle: wikipedia.de
Färberezept (für 200g Wolle):

Beize:
6 Liter Wasser auf ca 40°C erwärmen.
6g gemahlenen Weinstein und 6g Oxalsäure in 200ml heißem Wasser auflösen und dem erwärmten Wasser zugeben. Gut umrühren. 6g Zinn(II)-Chlorid in 200ml heißem Wasser auflösen und ebenfalls dem erwärmten Wasser zugeben. Die saubere und feuchte Wolle in das Beizbad geben und die Temperatur langsam bis auf 90°C erhöhen. Diese Temperatur für 1 Stunde halten (zwischenzeitlich die Wolle immer mal wieder bewegen) und anschließend etwas abkühlen lassen. Die gebeizte Wolle entnehmen und in warmen Wasser mit Seife waschen und anschliessend gut spülen.

Färbung:
200g Klatschmohnblüten mindesten eine Stunde in ausreichend Wasser einweichen lassen. Danach für 1 Stunde auskochen, abkühlen lassen und anschliessend abseihen. Die so erhaltenen Färbeflotte mit der notwendigen Menge Wasser auffüllen (so daß die Wolle gut darin schwimmen kann) und die gebeizte und feuchte Wolle zugeben. Die Temperatur bis auf 65°C anheben und für 1 Stunde halten. Zwischenzeitlich die Wolle immer mal wieder bewegen. Die Färbeflotte mit der Wolle abkühlen lassen, die Wolle entnehmen und gut spülen. Die Wolle trocknen lassen.

Anmerkung:
Eigentlich hatte ich einen wesentlich roteren Farbton erwartet. So wird es zumindest in der Literatur angegeben. Da ich mich aber nicht auf weitere Experimente einlassen wollte, habe ich nur einen Zug gemacht. Ein weiterer Zug bei der Menge Klatschmohnblüten sollte aber in jedem Fall noch möglich sein. Natürlich habe ich die restliche, schon fertig gebeizte Wolle, auch gefärbt. Dazu aber mehr in dem entsprechenden Posting.


Grüße
Stefan

Gelbfärbung mit Reseda auf Zinnbeize

Färberezept (für 200g Wolle):

Beize:
6 Liter Wasser auf ca 40°C erwärmen. 6g gemahlenen Weinstein und 6g Oxalsäure in 200ml heißem Wasser auflösen und dem erwärmten Wasser zugeben. Gut umrühren. 6g Zinn(II)-Chlorid in 200ml heißem Wasser auflösen und ebenfalls dem erwärmten Wasser zugeben. Die saubere und feuchte Wolle in das Beizbad geben und die Temperatur langsam bis auf 90°C erhöhen. Diese Temperatur für 1 Stunde halten (zwischenzeitlich die Wolle immer mal wieder bewegen) und anschließend etwas abkühlen lassen. Die gebeizte Wolle entnehmen und in warmen Wasser mit Seife waschen und anschliessend gut spülen.

Färbung:
200g geschnittene Reseda über Nacht in ausreichend Wasser einweichen lassen und anschliessend für 1 Stunde auskochen und abkühlen lassen. Den Färbetopf mit genügend Wasser befüllen (soviel, daß nach Zugabe des Farbstoffsuds die Wolle gut darin schwimmen kann). Die ausgekochte Reseda in ein Tuch abseihen. Den abgeseihten Farbstoffsud dem Färbebad zugeben. Die gebeizte und feuchte Wolle in das Färbebad legen, die Temperatur bis auf 90°C anheben und für 1 Stunde halten. Zwischenzeitlich die Wolle immer mal wieder bewegen. Die Färbeflotte mit der Wolle abkühlen lassen, die Wolle entnehmen und gut spülen, anschließend trocknen lassen.


Grüße
Stefan

Orangefärbung mit Krappwurzel auf Zinnbeize

Färberezept (für 200g Wolle):

Bildquelle: Wikipedia.de
Beize:
6 Liter Wasser auf ca 40°C erwärmen. 6g gemahlenen Weinstein und 6g Oxalsäure in 200ml heißem Wasser auflösen und dem erwärmten Wasser zugeben. Gut umrühren. 6g Zinn(II)-Chlorid in 200ml heißem Wasser auflösen und ebenfalls dem erwärmten Wasser zugeben. Die saubere und feuchte Wolle in das Beizbad geben und die Temperatur langsam bis auf 90°C erhöhen. Diese Temperatur für 1 Stunde halten (zwischenzeitlich die Wolle immer mal wieder bewegen) und anschließend etwas abkühlen lassen. Die gebeizte Wolle entnehmen und in warmen Wasser mit Seife waschen und anschliessend gut spülen.

Färbung:
200g geschnittene Krappwurzel und 100g Weizenkleie 24 Stunden in ausreichend Wasser einweichen lassen. Den Färbetopf mit genügend Wasser befüllen (soviel, daß nach Zugabe des Farbstoffsuds die Wolle gut darin schwimmen kann). Die eingeweichte Krappwurzel (und Weizenkleie) in ein Tuch abseihen, zuknoten und in dem Färbebad gut durchkneten. Den abgeseihten Farbstoffsud dem Färbebad zugeben. Den Beutel mit den Krappwurzeln während der Färbung im Färbebad belassen. Die gebeizte und feuchte Wolle in das Färbebad legen, die Temperatur bis auf 65°C anheben und für 1 Stunde halten. Zwischenzeitlich die Wolle immer mal wieder bewegen. Die Färbeflotte mit der Wolle abkühlen lassen, die Wolle entnehmen und gut spülen, anschließend trocknen lassen.

Anmerkung:
Die Färbung erscheint auf meinem Bildschirm extrem leuchtend, das entspricht nicht ganz der Realität.

Grüße
Stefan

Samstag, 8. November 2014

Färbungen mit Hilfe der Zinnbeize

Färbungen mit Hilfe der Zinnbeize

In den meisten Fällen werden die Fasern mit Hilfe von Metallbeizen zur Färbung vorbereitet. Die wohl bekannteste Beize ist die Alaunbeize (eine Beize auf Basis von Aluminium), gefolgt von Weinstein (auf Basis von Calcium), Eisen(II)-Sulfat (eine Eisenbeize), bis hin zu Zink- und Zinnbeizen.

Dabei spielen die Beizen eine große Rolle was das Färbeergebnis betrifft. Die erzielten Farben können sehr stark variieren. So z.B. wie bei der Weiterentwicklung durch Eisen(II)-Sulfat. Das eigentliche Färbeergebnis einer Birkenblätterfärbung auf Alaun ist gelb. Entwickelt man diese Färbung mit Hilfe von Eisen(II)-Sulfat weiter, bekommt man ein grünes Ergebnis.

Nicht ganz so extrem fällt das Ergebnis bei Zinnbeizen im Gegensatz zu Alaunbeizen aus, aber man erhält schöne klare und kräftige Farben. So bekommt man bei einer Krappwurzelfärbung statt eines roten Ergebnis auf einer Alaunbeize ein oranges, mit Klatschmohnblüten ein grünes und mit Reseda ein leuchtend gelbes Ergebnis.
Um eine Zinnbeize herzustellen wird meistens Zinn(II)-Chlorid benutzt. Zinnchlorid neigt aber dazu im Wasser auszufällen und dieses zu trüben. Deshalb wird das Beizbad sauer eingestellt, welches mit Hilfe von Weinstein und Oxalsäure geschieht.
Aus diesem Grund wird dem Beizbad in den folgenden Beispielen immer Weinstein und Oxalsäure beigegeben.

Alle drei Färbeergebnisse auf einem Haufen.
Anmerkung: Zinn(II)-Chlorid ist ein starkes Bleichmittel! Deshalb ist das Tragen von Handschuhen, Schutzbrille und alter Kleidung anzuraten.

Ich wünsche viel Spaß beim Nachfärben und viel Freude am Ergebnis.


Stefan